ich wollte ein ganz normaler Mensch sein

ich wollte es verdrängen
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Quellen: Interview Archiv der Erinnerung © MMZ/Fortunoff-Archiv 1995
Foto Willi-Frohwein-Platz © Susanne Ahner

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Wie ich das verarbeitet habe? Also ich hab versucht, es gar nicht zu verarbeiten, sondern ich habe mich geübt in Schweigen 20 Jahre lang und wollte vergessen, verdrängen. Das ist hart gewesen, war sehr hart.
Ich habe mit keinem, zuhause haben wir sowieso nicht drüber gesprochen mit meinen Eltern, die hatten die Nazizeit hinter sich. Wir hatten sie, wir werden sie nicht immer wieder zurückholen. Haben wir gar nie darüber gesprochen. War kein Thema. Meine Mutter hat nicht gefragt, die hat sich gefreut, dass ich da war und als ich dann geheiratet habe, habe ich meiner Frau wohl oder übel erzählen müssen, dass ich im Konzentrationslager war. Das war es aber auch, wegen der Nummer schon. Ja, das war es schon. Meine Kinder haben sich nicht getraut, mich zu fragen, weil sie gedacht haben, die überschreiten da eine Hemmschwelle. Haben mich nicht gefragt. Ich habe über 20 Jahre nicht gesprochen. (Lenne-Zeitreise)